Bericht der Revisionsstelle an die Generalversammlung der Georg Fischer AG, Schaffhausen 

Bericht zur Prüfung der Konzernrechnung

Prüfungsurteil

Wir haben die Konzernrechnung der Georg Fischer AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernerfolgsrechnung für das Jahr 2017, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, dem Konzerneigenkapitalnachweis und der Konzerngeldflussrechnung für das dann endende Jahr sowie dem Konzernanhang, einschliesslich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft.

Nach unserer Beurteilung vermittelt die Konzernrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie dessen Ertragslage und Cashflows für das dann endende Jahr in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und entspricht dem schweizerischen Gesetz.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards (PS) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt «Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung» unseres Berichts weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den schweizerischen gesetzlichen Vorschriften und den Anforderungen des Berufsstands, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Unser Prüfungsansatz

Umfang der Prüfung

Zur Durchführung angemessener Prüfungshandlungen haben wir den Prüfungsumfang so ausgestaltet, dass wir ein Prüfungsurteil zur Konzernrechnung als Ganzes abgeben können, unter Berücksichtigung der Organisation, der internen Kontrollen und Prozesse im Bereich der Rechnungslegung sowie der Branche, in welcher der Konzern tätig ist.

Der Konzern besteht aus den drei Divisionen GF Piping Systems, GF Automotive und GF Machining Solutions, die an drei geografischen Schlüsselstandorten tätig sind – Europa, Nord- und Südamerika und Asien. Die Konzernrechnung fasst 136 Einheiten im Konsolidierungskreis zusammen, darunter sowohl die operativen Gesellschaften als auch zentrale Dienstleistungsfunktionen, und jede Einheit wird als Teilbereich angesehen.

Wir haben 45 Konzerngesellschaften identifiziert, die aus unserer Sicht eine Prüfung («Full Scope Audit») erfordern, und drei Konzerngesellschaften, die aufgrund ihrer Grösse und Risikomerkmale spezifische Prüfungshandlungen erfordern. Die Prüfungen decken über 71% der Umsatzerlöse des Konzerns und 71% der Total Aktiven des Konzerns ab, während die spezifischen Prüfungshandlungen 6% der Umsatzerlöse des Konzerns und 2% der Total Aktiven des Konzerns abdecken.

Die übrigen 23% der Umsatzerlöse des Konzerns und 27% der Total Aktiven des Konzerns werden durch zahlreiche kleinere Konzerngesellschaften repräsentiert. Keine dieser Konzerngesellschaften hat einzeln mehr als 2.5% zu den Umsatzerlösen oder den Total Aktiven des Konzerns beigetragen.

Wo die Arbeiten von Teilbereichsprüfern durchgeführt wurden, haben wir das erforderliche Mass unserer Beteiligung an den Prüfungsarbeiten festgelegt, was daraus bestand, die Teilbereichsprüfungsteams zu besuchen, die durchgeführten Arbeiten zu untersuchen, Planungs- und Abschlusstelefonate zu führen oder ihre finale Berichterstattung zu überprüfen.

Wo Teilbereichsprüfungen von einem anderen Prüfer als PwC durchgeführt wurden, wurden die durchgeführten Arbeiten auf Stichprobenbasis von PwC diskutiert und überprüft.

Weitere spezifische Prüfungshandlungen bei zentralen Dienstleistungsfunktionen, der Konzernkonsolidierung und Bereichen mit wesentlichem Ermessensspielraum (einschliesslich M&A-Transaktionen, Besteuerung, Treasury und Rechtsstreitigkeiten) wurden vom Konzernprüfungsteam geleitet.

Wesentlichkeit

Der Umfang unserer Prüfung ist durch die Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit beeinflusst. Unser Prüfungsurteil zielt darauf ab, hinreichende Sicherheit darüber zu geben, dass die Konzernrechnung keine wesentlichen falschen Darstellungen enthält. Falsche Darstellungen können beabsichtigt oder unbeabsichtigt entstehen und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen können.

Auf der Basis unseres pflichtgemässen Ermessens haben wir quantitative Wesentlichkeitsgrenzen festgelegt, so auch die Wesentlichkeit für die Konzernrechnung als Ganzes, wie nachstehend aufgeführt. Die Wesentlichkeitsgrenzen, unter Berücksichtigung qualitativer Erwägungen, erlauben es uns, den Umfang der Prüfung, die Art, die zeitliche Einteilung und das Ausmass unserer Prüfungshandlungen festzulegen sowie den Einfluss wesentlicher falscher Darstellungen, einzeln und insgesamt, auf die Konzernrechnung als Ganzes zu beurteilen.

 

 

 

Gesamtwesentlichkeit Konzernrechnung

 

CHF 15 Millionen

Herleitung

 

5% des Konzernergebnisses vor Steuern

Begründung für die Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit

 

Als Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit wählten wir das Konzernergebnis vor Steuern, da dies aus unserer Sicht diejenige Grösse ist, an der die Erfolge des Konzerns üblicherweise gemessen werden. Zudem stellt das Konzernergebnis vor Steuern eine allgemein anerkannte Bezugsgrösse für Wesentlichkeitsüberlegungen dar.

Berichterstattung über besonders wichtige Prüfungssachverhalte aufgrund Rundschreiben 1/2015 der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemässen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung der Konzernrechnung des aktuellen Zeitraums waren. Diese Angelegenheiten wurden bei der von uns durchgeführten Gesamtprüfung der Konzernrechnung und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils behandelt. Daher geben wir kein separates Urteil über diese Angelegenheiten ab.

Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Während des Geschäftsjahres tätigte der Konzern vier Akquisitionen. Drei von diesen Unternehmenszusammenschlüssen hatten unserer Ansicht nach einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns sowie auf die Erfolgsrechnung. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen wird als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt angesehen, da in deren Rahmen wesentlicher Ermessensspielraum vonseiten der Geschäftsleitung besteht. Die Geschäftsleitung muss das Datum der Erstkonsolidierung sowie die anwendbare Konsolidierungsmethode festlegen. Des Weiteren muss die Geschäftsleitung bei der Schätzung des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten möglicherweise Ermessensentscheide treffen. Die Geschäftsleitung hat den Fair Value der identifizierbaren Nettovermögenswerte auf CHF 28 Millionen festgelegt. Der Goodwill aus den Akquisitionen beträgt CHF 64 Millionen.

 

Um die Angemessenheit der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen zu beurteilen, haben wir das Vorgehen der Geschäftsleitung zur Identifizierung der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beurteilt und haben die relevanten rechtlichen Dokumente, wie beispielsweise die Aktienkaufverträge, eingesehen. Insbesondere haben wir folgende Prüfungshandlungen vorgenommen: • Wir prüften die Angemessenheit des von der Geschäftsleitung festgelegten Akquisitionsdatums, indem wir dieses mit den relevanten Klauseln der betreffenden Aktienkaufverträge abstimmten. • Wir führten diverse aussagebezogene Prüfungshandlungen durch, um die Vollständigkeit der identifizierten erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sicherzustellen und die Angemessenheit der von der Geschäftsleitung angewandten Bewertungsmethoden zu überprüfen. • Dabei wurde unter anderem Folgendes durchgeführt: Überprüfung der Festlegung und Bilanzierung des Kaufpreises, Identifizierung und Überprüfung der Vollständigkeit erworbener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Beurteilung der Angemessenheit der durch die Geschäftsleitung oder ihre Experten durchgeführten Bewertungen der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. • Wir verifizierten die Genauigkeit der vorgenommenen Berechnungen und überprüften deren mathematische Korrektheit. • Wir prüften, ob die Transaktion gemäss den Bestimmungen von Swiss GAAP FER 30 in der Konzernrechnung verbucht und offengelegt wurde. Aufgrund der durchgeführten Prüfungshandlungen erachten wir die Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die vorgenommene Offenlegungen als angemessen.

Wertminderung des Goodwills

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Die Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills wird aufgrund der bilanziellen Grösse des Goodwills (CHF 98 Millionen) und der wesentlichen Annahmen, die die Geschäftsleitung treffen muss, als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt betrachtet. Die Hauptannahmen beziehen sich dabei auf die Schätzung der zukünftigen Geldflüsse aus den zugrundeliegenden Geschäftsaktivitäten. In Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen der Georg Fischer AG wird der Goodwill vollständig mit dem Eigenkapital verrechnet. Die Auswirkung einer theoretischen Erfassung in der Bilanz und der nachfolgenden Amortisierung ist im Anhang zur Konzernrechnung offengelegt.

 

Wir erhielten alle Modelle zur Überprüfung möglicher Wertminderungen der Geschäftsleitung und führten folgende Prüfungshandlungen durch: • Wir stellten sicher, dass die Modelle auf den neuesten Geschäftsplänen basieren. Bei der Schätzung von zukünftigen Cashflows befolgt die Geschäftsleitung einen klar dokumentierten Prozess. Der auf zukünftige Cashflows angewandte Prognosezeitraum umfasst die Jahre 2018 bis 2022. Die Schätzungen beruhen auf den aktuellsten Budgets, die vom Verwaltungsrat genehmigt wurden. • Wir beurteilten die Angemessenheit des Geschäftsplans, indem wir die impliziten Wachstumsraten mit den in der Vergangenheit erreichten Wachstumsraten verglichen. Wir überprüften zudem, ob die von der Geschäftsleitung in den Modellen getroffenen Annahmen untereinander konsistent sind. • Wir verglichen die tatsächlichen Ergebnisse des Berichtsjahrs mit den Planzahlen der Werthaltigkeitsüberprüfungen der Vorjahre. • Wir konzipierten eine eigene Erwartungshaltung zu den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten und der langfristigen Wachstumsraten. • Wir führten unsere eigenen Sensitivitätsanalysen durch, um ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, in welchem Ausmass die aktuelle Bewertung des Goodwills angemessen ist. Aufgrund unserer Überprüfung der Modelle zur Überprüfung möglicher Wertminderungen, der eingeholten Nachweise sowie der Ergebnisse unserer eigenen Sensitivitätsanalysen kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass die Ergebnisse der Werthaltigkeitsüberprüfungen angemessen sind und dass keine Wertminderung des Goodwills besteht.

Verantwortlichkeiten des Verwaltungsrates für die Konzernrechnung

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung einer Konzernrechnung, die in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und den gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt, und für die internen Kontrollen, die der Verwaltungsrat als notwendig feststellt, um die Aufstellung einer Konzernrechnung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung der Konzernrechnung ist der Verwaltungsrat dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Geschäftstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftstätigkeit – sofern zutreffend – anzugeben sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Geschäftstätigkeit anzuwenden, es sei denn, der Verwaltungsrat beabsichtigt, entweder den Konzern zu liquidieren oder Geschäftstätigkeiten einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu.

Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Konzernrechnung als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bericht abzugeben, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Mass an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz sowie den PS durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Eine weitergehende Beschreibung unserer Verantwortlichkeiten für die Prüfung der Konzernrechnung befindet sich auf der Webseite von EXPERTsuisse: http://expertsuisse.ch/wirtschaftspruefung-revisionsbericht. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Berichts.

Bericht zu sonstigen gesetzlichen und anderen rechtlichen Anforderungen

In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Konzernrechnung existiert.

Wir empfehlen, die vorliegende Konzernrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG


Stefan Räbsamen

Revisionsexperte
Leitender Revisor


Gian Franco Bieler

Revisionsexperte


Zürich, 22. Februar 2018