Smarte Lösungen für die Fabrik der Zukunft

Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) läutet ein neues Zeitalter der intelligenten Fertigung ein. Mit Blick auf diese Entwicklung treibt GF Machining Solutions die eigene digitale Transformation voran und baut ihr digitales Angebot aus. Ein Musterbeispiel ist rConnect. Dank der Softwarelösung kann der italienische Formen- und Werkzeugbauer Aldeghi seine Maschinenverfügbarkeit maximieren.

Cesare Aldeghi, Geschäftsführer des italienischen Formen- und Werkzeugbauers Aldeghi, erklärt, wie seine Mitarbeitenden dank rConnect Zeit sparen

«Mit rConnect können wir unsere Produktion über ein mobiles Gerät überwachen.»

Herr Aldeghi, Sie setzen heute in Ihrer Produktion auf rConnect. Wie sind Sie bisher mit Wartungsthemen umgegangen?
Vor der Installation von rConnect wurden Serviceanfragen an den Support von GF weitergeleitet. Einer unserer Mitarbeitenden musste die Situation schildern und Tests gemäss der Anleitung des Servicetechnikers von GF Machining Solutions durchführen. In den Fällen, in denen keine rasche Lösung gefunden werden konnte, musste ein Servicetermin vor Ort vereinbart werden. Dies kostete Zeit und Geld.

Was hat sich mit der Einführung von Live Remote Assistance geändert?
Heute können wir Serviceanfragen sofort über das LRA-Modul oder das Customer Cockpit erstellen. So können Servicetechniker von GF Machining Solutions direkt auf die Maschine zugreifen und die Tests ohne unser Zutun durchführen. Und wir können unterdessen weiterarbeiten.

Hat LRA die Maschinenverfügbarkeit verbessert?
Auf jeden Fall. Zunächst einmal verkürzt sich die Zeit, bis der Fehler gefunden ist und man Hilfe bekommt. Darüber hinaus müssen die Mitarbeitenden nicht mehr so viel telefonieren oder aufwendige Tests durchführen.

Wie sieht es mit dem Messenger aus? Wie hat dieses Modul die Prozesse bei Aldeghi verändert?
Der Messenger ist eine meiner Lieblingsanwendungen von rConnect. Wenn unsere Maschinen ohne Aufsicht in Betrieb sind – wie etwa nachts oder am Wochenende –, können wir die Produktion dank des Messengers über ein mobiles Gerät überwachen. So können wir den Arbeitsablauf unmittelbar verfolgen und müssen uns keine Sorgen machen. Auf diese Möglichkeit haben wir lange gewartet, und wir freuen uns, sie heute nutzen zu können.

Unter der Bezeichnung Industrie 4.0 ist eine Revolution im Gange, die Produktionsstätten auf der ganzen Welt verändert: Intelligente Maschinen werden miteinander vernetzt und lassen smarte Fabriken schon bald Realität werden. GF Machining Solutions ist Teil dieses radikalen Wandels. «Wir haben eine klare Vision der industriellen Prozesse der Zukunft und eine klare Strategie, wie sich das Potenzial von Industrie 4.0 für unsere Kunden nutzen lässt», so Andreas Rauch, Head of Digital Transformation bei GF Machining Solutions.

Doch die Fabrik der Zukunft wird nicht von heute auf morgen entstehen. Im Gegenteil, es werden viele kleine Schritte erforderlich sein. Automatisierung und die Fähigkeit, Bearbeitungsprozesse flexibel zu gestalten, sind eine optimale Ausgangsbasis. «In diesem Bereich sind wir bereits sehr gut», erklärt Andreas Rauch. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Konnektivität: Maschinen müssen miteinander kommunizieren können, um Daten auszutauschen und um Servicezentren aus der Ferne Zugriff zu gewähren. Mit der digitalen Serviceplattform rConnect bietet GF Machining Solutions eine solche Lösung bereits an. rConnect wurde in Zusammenarbeit mit dem deutschen Softwarespezialisten Symmedia entwickelt, der im September 2017 von GF Machining Solutions übernommen wurde.

Digitale Services für höhere Produktivität

rConnect ist eine Plattform für digitale Services, die für sämtliche von GF Machining Solutions angebotenen Technologien erhältlich ist – von Fräs-, EDM- und Lasertechnologie bis hin zu Automatisierung und Additiver Fertigung. rConnect verfolgt einen modularen Ansatz und umfasst unterschiedliche Dienstleistungen, mit denen Hersteller ihre Produktivität steigern können. Das Customer Cockpit bildet die Benutzerschnittstelle und ist damit das Eingangstor zur digitalen Servicewelt von GF Machining Solutions. Mit dem Cockpit können sich Kunden überall und jederzeit via PC oder mobilem Endgerät mit ihren Produktionsstandorten verbinden. Über das Live Remote Assistance-Modul (LRA) stehen zudem die Experten von GF per Audio, Video und Chat persönlich zur Verfügung. So lassen sich Probleme einer Maschine aus der Distanz analysieren und lösen. Stillstandzeiten werden auf diese Weise deutlich reduziert, da Vorfälle schneller diagnostiziert werden können und Servicetechniker nicht jedes Mal zum Kunden reisen müssen.

Darüber hinaus können Kunden über das Messenger-Modul per Smartphone direkt auf die Daten ihres Maschinenparks zugreifen und so Informationen über den Maschinenstatus oder zu einzelnen Programmen abfragen. Es ist auch möglich, Alarmmeldungen einer Maschine zu empfangen oder eine Serviceanfrage per App zu senden. Derart sensible Daten zu teilen, setzt auf Kundenseite grosses Vertrauen voraus. Aus diesem Grund bietet rConnect zertifizierte, auf neuesten Sicherheitsstandards basierende Verbindungstechnologien. 20% der im Jahr 2017 an Kunden ausgelieferten Maschinen sind bereits an die rConnect-Plattform angeschlossen. 2018 sollen es bereits mehr als 1’000 und über die nächsten vier Jahre etwa 5’000 neue Maschinen sein.

Enrico Borghi (links) von GF Machining Solutions und Cesare Aldeghi, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, arbeiten eng zusammen, wenn es um die Herstellung von Formen und Werkzeugen geht

Dank der Softwarelösung rConnect stehen Maschinendaten jederzeit auch auf dem Smartphone zur Verfügung

rConnect beschleunigt die Fehlerdiagnose und das Eingreifen bei Problemen deutlich. Dadurch lassen sich Stillstandzeiten reduzieren und die Produktivität erhöhen

Klarer Kundenvorteil

Zu den Kunden, die bereits mit rConnect arbeiten, zählt das norditalienische Feinmechanikunternehmen Aldeghi. Die Firma fertigt Formen, Werkzeuge und Prototypen mechanischer Produkte für Automobil-, Elektronik- und Hausgerätehersteller. Dass sich Aldeghi bei seinen ersten Schritten in Richtung Digitalisierung an GF Machining Solutions gewandt hat, ist das Ergebnis einer seit rund 30 Jahren währenden Zusammenarbeit. Aktuell sind neun Maschinen von GF Machining Solutions bei Aldeghi im Einsatz. Sechs davon sind mit einem System 3R-Robotersystem ausgestattet, während die rConnect-Module LRA und Messenger auf drei EDM-Maschinen von GF installiert sind.

Aldeghi

Das Feinmechanikunternehmen Aldeghi wurde 1983 in der italienischen Provinz Bergamo gegründet und 2002 Teil der M.S. Ambrogio Group. Über all die Jahre hinweg blieb Aldeghi seinen Wurzeln als Familienunternehmen treu. Geschäftsführer ist heute Cesare Aldhegi, Sohn von Unternehmensgründer Pietro Aldeghi. Der Formen- und Werkzeugbauer verlässt sich auf die Technologien von GF Machining Solutions und beliefert Kunden aus der Automobil-, Elektronik- und Hausgerätebranche.

Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand. Dank rConnect kann Aldeghi seine Maschinen nun auch abends und am Wochenende laufen lassen, ohne dass ein Mitarbeitender vor Ort präsent sein muss. Denn der Status der Maschinen kann jederzeit von überall aus überprüft werden. «Wir wollten sicherstellen, dass Aldeghi eine Lösung erhält, die für das Unternehmen von Anfang an praktikabel ist. Also haben wir vor der Implementierung umfassende Tests durchgeführt, bis sich die Mitarbeitenden rundherum wohl mit rConnect fühlten», berichtet Enrico Borghi vom Customer Service von GF Machining Solutions in Italien.

Blick in die Zukunft

Die Digitalisierung schreitet rasch voran – und damit auch die digitalen Lösungen und Services von GF Machining Solutions. So wird rConnect in Kürze um Module für die Zustandsüberwachung und die vorausschauende Instandhaltung erweitert. Im Rahmen der Zustandsüberwachung erhalten die Betreiber von Maschinen automatisch Updates zum Maschinenstatus, z.B. wenn Verschleissteile ausgewechselt oder Verbrauchsmaterialien aufgefüllt werden sollten. Die vorausschauende Instandhaltung geht noch einen Schritt weiter: Die Maschinendaten werden mithilfe von Algorithmen analysiert. Auf diese Weise lässt sich vorhersagen, wann Wartungen nötig sind – und zwar noch bevor ein Warnsignal ausgelöst wird.

Die Betreiber von Maschinenparks, die mit rConnect ausgestattet sind, profitieren in vielerlei Hinsicht. Die Softwarelösung beschleunigt die Fehlerdiagnose und das Eingreifen bei Maschinen-Problemen deutlich. Dadurch lassen sich Stillstandzeiten reduzieren und die Produktivität erhöhen. Die kurz vor der Einführung stehenden Module zur Zustandsüberwachung und vorausschauenden Instandhaltung werden die Effektivität und den Lebenszyklus von Maschinenparks weiter steigern. Noch wichtiger ist allerdings: Unternehmen, die wie Aldeghi rConnect in ihre Fertigungsprozesse einbinden, machen einen grossen Schritt in Richtung intelligenter Produktion.