Konzernrechnung

Bericht der Revisionsstelle an die
Generalversammlung der
Georg Fischer AG, Schaffhausen

Bericht zur Prüfung der Konzernrechnung

Prüfungsurteil

Wir haben die Konzernrechnung der Georg Fischer AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz per 31. Dezember 2016, der Konzernerfolgsrechnung, dem Konzerneigenkapitalnachweis und der Konzerngeldflussrechnung  für das dann endende Jahr sowie dem Konzernanhang, einschliesslich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft.

Nach unserer Beurteilung vermittelt die beigefügte Konzernrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der konsolidierten Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2016 sowie dessen Ertragslage und Cashflows für das dann endende Jahr in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER und entspricht dem schweizerischen Gesetz.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards (PS) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt «Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung» unseres Berichts weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den schweizerischen gesetzlichen Vorschriften und den Anforderungen des Berufsstands, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Unser Prüfungsansatz

Überblick

Umfang der Prüfung

Der Konzern besteht aus den drei Divisionen GF Piping Systems, GF Automotive und GF Machining Solutions, die an drei geografischen Schlüsselstandorten tätig sind – Europa, Nord- und Südamerika und Asien. Die Konzernrechnung fasst 131 Einheiten im Konsolidierungskreis zusammen, wovon jede Einheit als Teilbereich angesehen wird, darunter sowohl die operativen Gesellschaften als auch die zentralen Dienstleistungsfunktionen.

In sechs Ländern haben wir 46 Konzerngesellschaften identifiziert, die aus unserer Sicht eine Prüfung («full scope audit») erfordern, und drei Konzerngesellschaften, die aufgrund ihrer Grösse und Risikomerkmale spezifische Prüfungshandlungen erfordern. Die Prüfungen decken über 70% der Umsatzerlöse des Konzerns und 72% der Total Aktiven des Konzerns ab, während die spezifischen Prüfungshandlungen 7% der Umsatzerlöse des Konzerns und 3% der Total Aktiven des Konzerns abdecken.

Die übrigen 23% der Umsatzerlöse des Konzerns und 25% der Total Aktiven des Konzerns werden durch zahlreiche kleinere Konzerngesellschaften repräsentiert. Keine dieser Konzerngesellschaften hat einzeln mehr als 2% zu den Umsatzerlösen oder den Total Aktiven des Konzerns beigetragen.

Wo die Arbeiten von Teilbereichsprüfern durchgeführt wurden, haben wir das erforderliche Mass unserer Beteiligung an den Prüfungsarbeiten festgelegt, indem wir die Teilbereichsprüfungsteams besucht, die durchgeführten Arbeiten untersucht, Planungs- und Abschlusstelefonate geführt oder ihre Berichterstattung überprüft haben.

Wo Teilbereichsprüfungen von einem anderen Prüfer als PwC durchgeführt wurden, wurden die durchgeführten Arbeiten auf Stichprobenbasis von PwC diskutiert und überprüft.

Weitere spezifische Prüfungshandlungen bei zentralen Dienstleistungsfunktionen, der Konzernkonsolidierung und Bereichen mit wesentlichem Ermessensspielraum (einschliesslich M&A-Transaktionen, Besteuerung, Treasury und Rechtsstreitigkeiten) wurden vom Konzernprüfungsteam geleitet.

In der oben genannten Abdeckung nicht berücksichtigt sind unsere Prüfungsnachweise aus der Durchführung von Prüfungen auf Konzernebene, einschliesslich Prüfungen von Überwachungskontrollen und disaggregierter analytischer Prüfungshandlungen, die einen wesentlichen Teil der kleineren und risikoärmeren Teilbereiche des Konzerns abdecken, die nicht direkt in unserem Konzernprüfungsumfang enthalten sind.

Wesentlichkeit

Der Umfang unserer Prüfung ist durch die Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit beeinflusst. Unser Prüfungsurteil zielt darauf ab, hinreichende Sicherheit darüber zu geben, dass die Konzernrechnung keine wesentlichen falschen Darstellungen enthält. Falsche Darstellungen können beabsichtigt oder unbeabsichtigt entstehen und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen können.

Auf der Basis unseres pflichtgemässen Ermessens haben wir quantitative Wesentlichkeitsgrenzen festgelegt, so auch die Wesentlichkeit für die Konzernrechnung als Ganzes, wie nachstehend aufgeführt. Die Wesentlichkeitsgrenzen, unter Berücksichtigung qualitativer Erwägungen, erlauben es uns, den Umfang der Prüfung, die Art, die zeitliche Einteilung und das Ausmass unserer Prüfungshandlungen festzulegen sowie den Einfluss wesentlicher falscher Darstellungen, einzeln und insgesamt, auf die Konzernrechnung als Ganzes zu beurteilen.

 

 

 

Gesamtwesentlichkeit

 

CHF 14 Millionen

Herleitung

 

5% des Konzernergebnisses vor Steuern

Begründung für die Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit

 

Als Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit wählten wir das Ergebnis vor Steuern, da dies aus unserer Sicht diejenige Grösse ist, an der die Erfolge des Konzerns üblicherweise gemessen werden. Zudem stellt das Ergebnis vor Steuern eine allgemein anerkannte Bezugsgrösse für Wesentlichkeitsüberlegungen dar.

Wir haben mit dem Audit Committee vereinbart, diesem im Rahmen unserer Prüfung festgestellte, falsche Darstellungen über CHF 1 Million mitzuteilen; ebenso alle falschen Darstellungen unterhalb dieses Betrags, die aus unserer Sicht jedoch aus qualitativen Überlegungen eine Berichterstattung nahelegen.

Berichterstattung über besonders wichtige Prüfungssachverhalte aufgrund Rundschreiben 1/2015 der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemässen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung der Konzernrechnung des aktuellen Zeitraums waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung der Konzernrechnung als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Umsatzrealisierung in der Division GF Machining Solutions

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Wie in den Segmentinformationen dargelegt, wies die Division GF Machining Solutions Umsatzerlöse in der Höhe von CHF 916 Millionen aus. Die Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns zur Umsatz- und Ertragsrealisierung sind in den Grundsätzen der Konzernrechnungslegung beschrieben. Wir konzentrierten uns auf die Umsatzrealisierung in der Division GF Machining Solutions aufgrund der Nutzung von Mehrkomponentenverträgen. Mehrkomponentenverträge erfordern eine gründliche Beurteilung der Umsatzrealisierung in der Erfolgsrechnung, da sie aufgrund ihrer Komplexität ein höheres inhärentes Risiko aufweisen. Dies betrifft vor allem die Rechnungslegung für Transaktionen, wo verschiedene Komponenten – Maschinen, Unterhalt und Unterstützung sowie Finanzierung – zusammen verkauft werden. Die Komplexität von Mehrkomponentenverträgen bezieht sich auf die Aufteilung der Umsatzerlöse auf die einzelnen Komponenten und den Zeitpunkt ihrer Realisierung.

 

Wir konzentrierten darauf, ob die den Komponenten Maschinen, Unterhalt, Unterstützung und Finanzierung zugewiesenen Umsatzerlöse basierend auf den entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Konzernrechnungslegung erfasst wurden. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass Georg Fischer sein Finanzhandbuch aktualisiert hat. Wir bestätigten, dass das Finanzhandbuch mit den neusten Überarbeitungen an Swiss GAAP FER übereinstimmt. Wir haben die Berechnungen zur Zuweisung der Umsatzerlöse an die verschiedenen Komponenten solcher Transaktionen erneut durchgeführt. Wo mit Kunden Rabatte vereinbart wurden, haben wir geprüft, ob sie basierend auf dem entsprechenden beizulegenden Zeitwert zugewiesen wurden. Wir haben zudem Transaktionen geprüft, um sicherzustellen, dass die Umsatzabgrenzung richtig berechnet und angemessen erfasst wurde. Dies umfasste den Abgleich des Umsatzes aus Unterhalts- und Unterstützungsleistungen und aus Finanzierungskomponenten mit den Zahlen aus Berechnungen basierend auf den Vertragsbedingungen. Weiter haben wir geprüft, ob jede einzelne Komponente der Mehrkomponentenvereinbarungen im richtigen Zeitraum erfasst wurde. Zudem haben wir, wo der Umsatz durch manuelle Journalbuchungen erfasst wurde, Prüfungen durchgeführt, um festzustellen, ob der Verkauf im Geschäftsjahr erfolgte oder die Dienstleistung im Geschäftsjahr erbracht wurde, um die Umsatzrealisierung zu stützen. Wir erlangten ausreichende Prüfungsnachweise, um dem Risiko der Umsatzrealisierung in der Division GF Machining Solutions zu begegnen.

Verantwortlichkeiten des Verwaltungsrates für die Konzernrechnung

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung einer Konzernrechnung, die in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER und den schweizerischen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt, und für die internen Kontrollen, die der Verwaltungsrat als notwendig feststellt, um die Aufstellung einer Konzernrechnung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung der Konzernrechnung ist der Verwaltungsrat dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Geschäftstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftstätigkeit – sofern zutreffend – anzugeben sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Geschäftstätigkeit anzuwenden, es sei denn, der Verwaltungsrat beabsichtigt, entweder den Konzern zu liquidieren oder Geschäftstätigkeiten einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu.

Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Konzernrechnung als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bericht abzugeben, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Mass an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz sowie den PS durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Eine weitergehende Beschreibung unserer Verantwortlichkeiten für die Prüfung der Konzernrechnung befindet sich auf der Website von EXPERTsuisse: http://expertsuisse.ch/wirtschaftspruefung-revisionsbericht. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Berichts.

Bericht zu sonstigen gesetzlichen und anderen rechtlichen Anforderungen

In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Konzernrechnung existiert.

Wir empfehlen, die vorliegende Konzernrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG

Stefan Räbsamen

Revisionsexperte
Leitender Revisor


Roman Uehli

Revisionsexperte


Zürich, 17. Februar 2017