Inside GF

Innovationen als Schlüssel zum Erfolg

Bei GF sind Innovationen ein Schlüsselfaktor für profitables Wachstum. Sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft des Unternehmens. Am fünften Technology Day in Schaffhausen präsentierten die Divisionen ihre neusten Entwicklungen und informierten über die Trends und Technologien von morgen.

«Wir wollen in allen drei Divisionen in Geschäftsfeldern mit höheren Margen wachsen», erklärte CEO Yves Serra Ende September 2016 am GF Technology Day in Schaffhausen. «Innovationen», so führte er weiter aus, «sind ein wichtiger Schlüssel zu unserem Erfolg.» Mit diesen Worten machte der CEO klar, wie das Thema im Unternehmen verstanden wird: Innovationen bei GF, das sind in Partnerschaft mit Kunden entwickelte Produkte, Lösungen und Services, die einem echten Bedürfnis entsprechen. Denn nur wer die Probleme der Kunden richtig versteht, kann einen wirklichen Mehrwert schaffen und neue Marktsegmente erschliessen. Vor diesem Hintergrund ist das Thema Innovation auch fest in der Strategie 2020 verankert. 

Wir wollen in allen drei Divisionen in Geschäftsfeldern mit höheren Margen wachsen. Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel dazu.

Yves Serra, Präsident der Konzernleitung

So will GF in den kommenden Jahren, unterstützt durch den Design Thinking-Ansatz, gezielt die Innovationskraft stärken und das Innovationstempo erhöhen. Dass GF diesen Weg bereits erfolgreich eingeschlagen hat, haben die drei Divisionen am fünften Technology Day eindrücklich gezeigt.

Revolutionäres Kühlsystem

Bei GF Piping Systems drehte sich am Technology Day alles um die effiziente Gebäudekühlung. Mit COOL-FIT 2.0 hat die Division ein vorisoliertes, korrosionsfreies Kunststoffrohrleitungssystem entwickelt, das beim Transport von Kühlmitteln in grösseren Gebäuden zum Einsatz kommt. Es eignet sich bestens für die Klimatisierung von Einkaufszentren, Spitälern, Hotel- oder Bürokomplexen, aber auch für die Kühlung von grossen Rechenzentren, die besondere Anforderungen an Sicherheit und Effizienz stellen. Das Revolutionäre des Systems: Es senkt den Energieverbrauch wassergekühlter Gebäude bis zu 30% und lässt sich darüber hinaus spielend leicht installieren.

Das Marktpotenzial ist vielversprechend. Wurde der Klimatisierungs-Markt bisher von schweren Stahlrohren dominiert, zeichnet sich nun eine Trendwende ab. Immer mehr Metalllösungen werden durch Kunststoff substituiert, da Gebäudebesitzer sich vor rostigen, korrodierenden Rohren, die Wasserlecks zur Folge haben, schützen wollen. Die Zukunft gehört also leichten, langlebigen Systemen, wie COOL-FIT 2.0, das überdies einfach zu handhaben ist. Stahlrohre müssen vor Ort aufwändig geschweisst, montiert und in einem separaten Schritt mit Isoliermaterial ummantelt werden. COOL-FIT 2.0 verkürzt diesen Arbeitsprozess in signifikanter Weise. Das Geheimnis liegt im integrierten Lösungsansatz. Das Komplett-System, das aus einer weltweit einzigartigen Kombination aus vorisolierten Kunststoff-Rohren und -Fittings sowie modernster Elektroschweiss-Verbindungstechnologie besteht, macht gleich mehrere Arbeitsschritte überflüssig. So sind Installateure, die das neue System von GF Piping Systems verwenden, doppelt so schnell wie Installateure, die sich für herkömmliche Stahlkonstruktionen entscheiden.

Nach der erfolgreichen Markteinführung im Jahr 2016 in der Schweiz, in Deutschland und in Grossbritannien findet sich das revolutionäre Kühlsystem bereits in vielen zukunftsweisenden Vorzeigebauten, so zum Beispiel im «Nest» der Empa in Dübendorf (Schweiz) oder im «Triangle» auf dem Campus der Cambridge University (UK).

COOL-FIT 2.0 ist eine weltweit einzigartige Kombination aus vorisolierten COOL-FIT- Rohren und -Fittings mit modernster Verbindungstechnologie.

Das Revolutionäre des Systems: Es senkt den Energieverbrauch wassergekühlter Gebäude bis zu 30%.

COOL-FIT 2.0 eignet sich bestens für die Kühlung von grossen Rechenzentren, die besondere Anforderungen an Sicherheit und Effizienz stellen.

Leichtbaukompetenz für E-Mobilität

Giessen, bearbeiten, beschichten: GF Automotive optimiert ihre Verfahren, Werkzeuge und Anlagen ständig, um ihren Kunden stabilere Bauteile mit geringerem Gewicht anzubieten. Mehrere Millionen verkaufte Leichtbauteile zeugen von diesem Erfolg. Und ein Blick in die Zukunft zeigt, dass diese Entwicklung längst noch nicht zu Ende ist. So wird im Jahr 2025 jedes fünfte neue Auto weltweit mit einem Elektro- oder Hybrid-Antrieb ausgestattet sein, während die Produktion konventioneller Antriebe etwa gleich bleiben wird. Das bedeutet: Immer mehr Hersteller arbeiten gemeinsam mit GF Automotive an der Gewichtsreduktion ihrer Fahrzeuge. Zu den wichtigsten Teilen zählen Strukturteile, Getriebegehäuse, Radträger im bionischen Design oder Batterie- und Elektromotorengehäuse im Bereich Elektromobilität.

Darüber hinaus fokussieren sich die Spezialisten von GF Automotive immer stärker auf die Entwicklung von Ready-To-Mount-Komponenten, d.h. von einbaufertigen Bauteilen. Die Division hat damit auf ein zentrales Kundenbedürfnis reagiert und ihre Fertigung entsprechend ausgerichtet. Konkret wünschen sich immer mehr Kunden Bauteile aus einem Guss, in die verschiedene Funktionen integriert sind. Das macht die Prozesse schlanker und die Fahrzeuge leichter. Denn gerade in der Diskussion um die Reichweite von Elektroautos spielt die Gewichtsreduktion eine zentrale Rolle. Strukturteile, die bisher aus Stahl produziert worden sind, können nun durch den Einsatz von Aluminium oder Magnesium bedeutend leichter gemacht werden. Zusätzlich eröffnen bionisches Design und All-in-one-Lösungen weiteres Gewichts-Einsparpotenzial: Mussten Automobil-Hersteller früher Türrahmen einbauen, die sich aus zehn Stahlteilen zusammensetzten, bietet GF Automotive heute eine deutlich leichtere und funktionalere Komponente aus einem Guss.

Mit diesem Know-how über alle Antriebstypen hinweg will GF Automotive die Zukunft der Automobilindustrie aktiv mitgestalten. Das zeigt sich auch an Kooperationen mit Auto-Visionären wie Rinspeed, einem Schweizer Think Tank, der am Auto von morgen forscht. In den Rinspeed-Studien steckt neben Technikwissen zum autonomen Fahren auch viel bionisches Leichtbau-Know-how von GF Automotive.

Leichtbau-Kompetenz für E-Mobilität: in Kooperation mit Auto-Visionären wie Rinspeed arbeitet GF am Fahrzeug der Zukunft.

In den Rinspeed-Studien steckt viel bionisches Leichtbau-Knowhow von GF Automotive.

Mussten Automobil-Hersteller früher Türrahmen einbauen, die sich aus zehn Stahlteilen zusammensetzten, bietet GF Automotive heute deutlich leichtere und funktionalere Komponenten aus einem Guss.

Zukunftsorientierte Lasertechnologie

Industrie 4.0, automatisierte Produktion, vernetzte Maschinen – das Thema Innovation hat bei GF Machining Solutions viele Facetten. Neben der Entwicklung von intelligenten Systemen liegt ein Fokus aber auch auf zukunftsorientierten Fertigungstechnologien. Eine davon ist die Femtosekunden-Lasertechnologie, die ein neues Zeitalter der Mikrobearbeitung einläutet. Das Verfahren ermöglicht es, jede Art von Form oder Körper mit besonderen Oberflächen zu versehen. Darüber hinaus lassen sich mit Femtosekunden-Lasern extrem kleine Teile oder Hohlräume optimal bearbeiten. Das eröffnet vielversprechende Möglichkeiten – selbst im mikroskopischen Nanobereich.

Mit Femtosekunden-Lasern lassen sich extrem kleine Teile oder Hohlräume optimal bearbeiten.

Bei den neuen, funktionalen Oberflächenstrukturen haben sich die Entwickler von GF Machining Solutions von der Natur inspirieren lassen: seien es selbstreinigende Oberflächen, die wie die Haut eines Fliegenauges funktionieren, oder wasserabstossende Oberflächen, die an Lotusblätter erinnern, an denen Wasser und Eis rückstandslos abperlen. Der Anwendung sind praktisch keine Grenzen gesetzt; dank der Femtosekunden-Lasertechnologie können Kunden Oberflächen kreieren, die über völlig neue Funktionen verfügen.

Zum Einsatz kommt die neue Technologie in verschiedenen Segmenten. Zum Beispiel im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), in dem die gezielte Strukturierung von Kameralinsen künftig eine noch höhere Detailschärfe ermöglicht. Aber auch der Luftfahrtsektor profitiert von den vielfältigen Möglichkeiten von Femtosekunden-Lasern, indem sie nicht-vereisende Oberflächen bei aussenliegenden Flugzeugsensoren schaffen können. Auch für die Automobilindustrie bietet die zukunftsweisende Technologie Vorteile. So kann zum Beispiel durch die gezielte Strukturierung der gläsernen Oberflächen das Leuchtverhalten von Frontscheinwerfern optimiert werden.

Die 2016 getätigte Akquisition von Microlution, einem amerikanischen Spezialisten in der Mikrobearbeitung, unterstützt GF Machining Solutions dabei, die zahlreichen Chancen in der ICT-, Automobil- und Luftfahrtindustrie zu nutzen.

Smartphone-Kameras mit enormer Schärfe, verbesserte Scheinwerfer oder haarfeine Gravuren: Moderne Laser können Oberflächen im Nano-Bereich bearbeiten und ihnen völlig neue Eigenschaften verleihen.

Die Femtosekunden-Laser-Technologie läutet ein neues Zeitalter der Mikrobearbeitung ein.

Die Technologie ermöglicht es, jede Art von Form oder Körper mit besonderen Oberflächen zu versehen.

Design Thinking für Innovation Excellence

In der Strategie 2020 von GF spielen Innovationsstärke und -tempo eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund führt das Unternehmen seit Herbst 2016 den von der kalifornischen Firma IDEO entwickelten Ansatz des Design Thinking global ein. Erklärtes Ziel des populären Ansatzes ist es, Lösungen zu entwickeln, die einem echten Kundenbedürfnis entsprechen. Der Erfolg hängt dabei von klar definierten Faktoren ab: multidisziplinären Teams, einer «try early and often»-Kultur, einem strukturierten Prozess mit schneller Prototypenentwicklung sowie dem kontinuierlichen Austausch zwischen Entwicklern und Kunden. Um die Denk- und Herangehensweise aus dem Silicon Valley nachhaltig in der Innovationskultur von GF zu verankern, werden in den nächsten zwei Jahren über 1'000 Mitarbeitende aus Forschung & Entwicklung, Produktentwicklung, Verkauf und Marketing geschult. Erste Trainings haben bereits in der Schweiz, China und den USA stattgefunden. Weitere Schulungen, konkrete Projekte sowie entsprechende organisatorische Massnahmen sind in Planung.