Bericht der Revisionsstelle an die Generalversammlung der Georg Fischer AG, Schaffhausen 

Bericht zur Prüfung der Konzernrechnung

Prüfungsurteil

Wir haben die Konzernrechnung der Georg Fischer AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernerfolgsrechnung für das Jahr 2018, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, dem Konzerneigenkapitalnachweis und der Konzerngeldflussrechnung für das dann endende Jahr sowie dem Konzernanhang, einschliesslich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Nach unserer Beurteilung vermittelt die beiliegende Konzernrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie dessen Ertragslage und Cashflows für das dann endende Jahr in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und entspricht dem schweizerischen Gesetz.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den Schweizer Prüfungsstandards (PS) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt «Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung» unseres Berichts weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den schweizerischen gesetzlichen Vorschriften und den Anforderungen des Berufsstands, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Unser Prüfungsansatz

Wesentlichkeit

Der Umfang unserer Prüfung ist durch die Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit beeinflusst. Unser Prüfungsurteil zielt darauf ab, hinreichende Sicherheit darüber zu geben, dass die Konzernrechnung keine wesentlichen falschen Darstellungen enthält. Falsche Darstellungen können beabsichtigt oder unbeabsichtigt entstehen und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden kann, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen können.

Auf der Basis unseres pflichtgemässen Ermessens haben wir quantitative Wesentlichkeitsgrenzen festgelegt, so auch die Wesentlichkeit für die Konzernrechnung als Ganzes, wie nachstehend aufgeführt. Die Wesentlichkeitsgrenzen, unter Berücksichtigung qualitativer Erwägungen, erlauben es uns, den Umfang der Prüfung, die Art, die zeitliche Einteilung und das Ausmass unserer Prüfungshandlungen festzulegen sowie den Einfluss wesentlicher falscher Darstellungen, einzeln und insgesamt, auf die Konzernrechnung als Ganzes zu beurteilen.

 

 

 

Gesamtwesentlichkeit

 

CHF 17’250’000

Herleitung

 

5% vom Gewinn vor Steuern

Begründung für die Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit

 

Als Bezugsgrösse zur Bestimmung der Wesentlichkeit wählten wir das Ergebnis vor Steuern, da dies aus unserer Sicht diejenige Grösse ist, an der die Erfolge des Konzerns üblicherweise gemessen werden. Zudem stellt das Ergebnis vor Steuern eine allgemein anerkannte Bezugsgrösse für Wesentlichkeitsüberlegungen dar.

Umfang der Prüfung

Zur Durchführung angemessener Prüfungshandlungen haben wir den Prüfungsumfang so ausgestaltet, dass wir ein Prüfungsurteil zur Konzernrechnung als Ganzes abgeben können, unter Berücksichtigung der Organisation, der internen Kontrollen und Prozesse im Bereich der Rechnungslegung sowie der Branche, in welcher der Konzern tätig ist.

Der Konzern besteht aus den drei Divisionen GF Piping Systems, GF Casting Solutions und GF Machining Solutions, die an drei geografischen Schlüsselstandorten tätig sind – Europa, Nord- und Südamerika und Asien. Die Konzernrechnung fasst 145 Einheiten im Konsolidierungskreis zusammen, darunter sowohl die operativen Gesellschaften als auch zentrale Dienstleistungsfunktionen, und jede Einheit wird als Teilbereich angesehen.

Wir haben 46 Konzerngesellschaften identifiziert, die aus unserer Sicht eine Prüfung («full scope audit») erfordern, und drei Konzerngesellschaften, die aufgrund ihrer Grösse und Risikomerkmale spezifische Prüfungshandlungen erfordern. Die Prüfungen decken über 69% der Umsatzerlöse des Konzerns und 70% der Total Aktiven des Konzerns ab, während die spezifischen Prüfungshandlungen 6% der Umsatzerlöse des Konzerns und 3% der Total Aktiven des Konzerns abdecken.

Die übrigen 25% der Umsatzerlöse des Konzerns und 27% der Total Aktiven des Konzerns werden durch zahlreiche kleinere Konzerngesellschaften repräsentiert. Keine dieser Konzerngesellschaften hat einzeln mehr als 3.5% zu den Umsatzerlösen oder den Total Aktiven des Konzerns beigetragen.

Wo die Arbeiten von Teilbereichsprüfern durchgeführt wurden, haben wir zusätzlich zu unseren Anweisungen das erforderliche Mass unserer Beteiligung an den Prüfungsarbeiten festgelegt, was daraus bestand, die Teilbereichsprüfungsteams zu besuchen, die durchgeführten Arbeiten zu untersuchen, Planungs- und Abschlusstelefonate zu führen oder ihre finale Berichterstattung zu überprüfen.

Wo Teilbereichsprüfungen von einem Prüfer ausserhalb des PwC-Netzwerks durchgeführt wurden, wurden die durchgeführten Arbeiten auf Stichprobenbasis von PwC diskutiert und überprüft.

Weitere spezifische Prüfungshandlungen bei zentralen Dienstleistungsfunktionen, der Konzernkonsolidierung und Bereichen mit wesentlichem Ermessensspielraum (einschliesslich M&A-Transaktionen, Besteuerung, Treasury und Rechtsstreitigkeiten) wurden vom Konzernprüfungsteam geleitet.

Berichterstattung über besonders wichtige Prüfungssachverhalte aufgrund Rundschreiben 1/2015 der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemässen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung der Konzernrechnung des aktuellen Zeitraums waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung der Konzernrechnung als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Im Berichtsjahr hat der Konzern eine Akquisition getätigt, die nach unserer Einschätzung einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns sowie auf die Positionen der Erfolgsrechnung hatte. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen wird als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt angesehen, da in deren Rahmen wesentlicher Ermessensspielraum vonseiten der Geschäftsleitung besteht. Die Geschäftsleitung muss das Datum der Erstkonsolidierung sowie die anwendbare Konsolidierungsmethode festlegen. Des Weiteren muss die Geschäftsleitung bei der Schätzung des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten möglicherweise Ermessensentscheide treffen. Die Geschäftsleitung hat den Fair Value der identifizierbaren Nettovermögenswerte auf CHF 84 Millionen festgelegt. Der Goodwill aus der Akquisition beträgt CHF 73 Millionen.

 

Um die Angemessenheit der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen zu beurteilen, nahmen wir eine Prüfung der von der Geschäftsleitung zur Identifizierung der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten durchgeführten Handlungen vor und überprüften die relevanten rechtlichen Dokumente, wie beispielsweise den Aktienkaufvertrag. Insbesondere haben wir folgende Prüfungshandlungen vorgenommen: • Wir prüften die Angemessenheit des von der Geschäftsleitung festgelegten Akquisitionsdatums, indem wir die relevanten Klauseln des betreffenden Aktienkaufvertrags überprüften. • Wir führten diverse aussagebezogene Prüfungshandlungen durch, um die Vollständigkeit der identifizierten erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sicherzustellen und die Angemessenheit der von der Geschäftsleitung angewandten Bewertungsmethoden zu überprüfen. • Dabei wurden unter anderem folgende Prüfungshandlungen durchgeführt: Überprüfung der Bewertung und Bilanzierung des Kaufpreises sowie der von der Geschäftsleitung und ihren Experten vorgenommenen Identifizierung und Gewichtung der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. • Wir verifizierten die Genauigkeit der vorgenommenen Berechnungen sowie deren mathematische Korrektheit. • Wir prüften, ob die Transaktion gemäss den Bestimmungen von Swiss GAAP FER 30 in der Konzernrechnung verbucht und offengelegt wurde. Aufgrund der durchgeführten Prüfungshandlungen erachten wir die Bewertung der Eröffnungsbilanz der erworbenen Gesellschaft als plausibel und die damit verbundenen Offenlegungen als angemessen.

Wertminderung des Goodwills

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Die Beurteilung der Wertminderung des Goodwills wird aufgrund der bilanziellen Grösse (Buchwert: CHF 129 Millionen) und der wesentlichen Annahmen, die die Geschäftsleitung treffen muss, als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt betrachtet. Die grösste Bewertungsunsicherheit ergibt sich bei der Schätzung der zukünftigen freien Cashflows. In Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen der Georg Fischer AG wird der Goodwill vollständig mit dem Eigenkapital verrechnet. Die Auswirkungen einer theoretischen Erfassung in der Bilanz und einer anschliessenden Abschreibung werden im Konzernanhang erläutert.

 

Wir erhielten alle von der Geschäftsleitung erstellten Wertminderungsmodelle und führten folgende Prüfungshandlungen durch: • Wir stellten sicher, dass die Modelle auf den neuesten Geschäftsplänen basieren. Bei der Schätzung von zukünftigen Cashflows befolgt die Geschäftsleitung einen klar dokumentierten Prozess. Der auf zukünftige Cashflows angewandte Prognosezeitraum umfasst die Jahre 2019 bis 2023. Die Schätzungen basieren auf den neuesten vom Verwaltungsrat genehmigten Budgets. • Wir beurteilten die Angemessenheit des Geschäftsplans, indem wir die impliziten Wachstumsraten mit Markt- und Analystenprognosen verglichen. Wir überprüften zudem, ob die von der Geschäftsleitung in den Modellen getroffenen Annahmen untereinander konsistent sind. • Wir verglichen die tatsächlichen Ergebnisse des Berichtsjahrs mit den Planzahlen der Werthaltigkeitsüberprüfungen des Vorjahres. • Wir konzipierten eine eigene Erwartungshaltung zu den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Risikoanpassung und der langfristigen Wachstumsrate. • Wir führten unsere eigenen Sensitivitätsanalysen durch, um ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, in welchem Ausmass die aktuelle Bewertung des Goodwills unterstützt wird. Aufgrund unserer Überprüfung der Wertminderungsmodelle, der eingeholten Nachweise sowie der Ergebnisse unserer eigenen Sensitivitätsanalysen kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass die angewandten Wertminderungsmodelle angemessen sind, dass die Ergebnisse der Werthaltigkeitsüberprüfungen plausibel sind und dass keine Wertminderung des Goodwills besteht.

Bilanzierung von Devestitionen

 

 

 

Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

 

Unser Prüfungsvorgehen

Per 1. Dezember 2018 hat die Georg Fischer Gruppe zwei Eisengiessereien im Automobilsegment in Deutschland devestiert (Singen und Mettmann). Die beiden Werke erzielen mit rund 2’000 Mitarbeitenden einen Umsatz von ca. CHF 617 Millionen (für die elf Monate in 2018). Die Giessereien wurden von der Fondium B.V. & Co. KG, Mettmann, übernommen, die von drei Ex-Führungskräften von GF Casting Solutions geführt wird. Georg Fischer bleibt mit 20% am Eigenkapital der devestierten Gesellschaften investiert. Da es sich bei der Devestition einer Gesellschaft um eine nicht alltägliche Transaktion für die Gruppe handelt, besteht das Risiko, dass die damit verbundenen Dekonsolidierungsbuchungen sowie die gemäss Swiss GAAP FER verlangten Offenlegungen nicht korrekt bzw. vollständig vorgenommen werden. Die Devestition der zwei Eisengiessereien wird in der Erläuterung 4.1 „Akquisitionen und Devestitionen“ beschrieben.

 

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen durchgeführt: • Wir haben den zugrundeliegenden Aktienkaufvertrag eingehend gelesen und eine Bewertung der wesentlichen Merkmale des Vertrags hinsichtlich der bilanziellen Auswirkungen durchgeführt, einschliesslich einer Bewertung der Angemessenheit des Dekonsolidierungszeitpunkts. • Wir haben die anteilige Konsolidierung der Erfolgsrechnungen der beiden Giessereien bis zum Zeitpunkt der Devestition geprüft. • Wir haben die Dekonsolidierungsbuchungen geprüft. Insbesondere haben wir die Verrechnung der damit verbundenen und vorher im Eigenkapital erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen und die Berechnung der jeweiligen Ergebnisse aus der Devestition der beiden Giessereien geprüft. • Wir haben überprüft, ob die Darstellung und Offenlegung in Übereinstimmung mit den Anforderungen von Swiss GAAP FER erfolgt ist. Aufgrund der durchgeführten Prüfungshandlungen erachten wir die Erfassung, Darstellung und Offenlegung der Devestition als plausibel.

Verantwortlichkeiten des Verwaltungsrates für die Konzernrechnung

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung einer Konzernrechnung, die in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und den gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt, und für die internen Kontrollen, die der Verwaltungsrat als notwendig feststellt, um die Aufstellung einer Konzernrechnung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung der Konzernrechnung ist der Verwaltungsrat dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Geschäftstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftstätigkeit – sofern zutreffend – anzugeben sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Geschäftstätigkeit anzuwenden, es sei denn, der Verwaltungsrat beabsichtigt, entweder den Konzern zu liquidieren oder Geschäftstätigkeiten einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu.

Verantwortlichkeiten der Revisionsstelle für die Prüfung der Konzernrechnung

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Konzernrechnung als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bericht abzugeben, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Mass an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz sowie den PS durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieser Konzernrechnung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Eine weitergehende Beschreibung unserer Verantwortlichkeiten für die Prüfung der Konzernrechnung befindet sich auf der Webseite von EXPERTsuisse: http://expertsuisse.ch/wirtschaftspruefung-revisionsbericht. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Berichts.

Bericht zu sonstigen gesetzlichen und anderen rechtlichen Anforderungen

In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Konzernrechnung existiert.

Wir empfehlen, die vorliegende Konzernrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG


Stefan Räbsamen

Revisionsexperte
Leitender Revisor


Diego J. Alvarez

Revisionsexperte


Zürich, 21. Februar 2019