Eine clevere Sache

Das Hycleen Automation System eignet sich besonders gut für Neubauten wie das Senioren- und Pflegezentrum Senevita Mülibach (Schweiz). Quelle Renderings: Senevita AG

«Eine sehr wichtige Präventionsmassnahme gegen Verkeimungen»

Yannik Waeber von Basler & Hofmann West AG in Zollikofen (Schweiz) ist verantwortlich für die Planung der Gebäudetechnik beim neuen Senioren- und Pflegezentrum Senevita Mülibach.

Herr Waeber, was war bei der Planung der Sanitärtechnik beim Projekt Mülibach wichtig?

Durch die Nutzung als Alters- und Pflegeheim richteten wir bereits zu Planungsbeginn den Fokus auf die Trinkwasserhygiene. Eine für uns sehr wichtige Präventionsmassnahme gegen Legionellenverkeimungen ist unter anderem die Gewährleistung eines bestimmten Temperaturniveaus in der Warmwasserversorgung. Unser Ziel ist es, das Temperaturniveau immer konstant im Bereich der Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit BAG und des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV zu halten.

Warum schätzen Sie das Hycleen Automation System und was sind Ihre Erwartungen daran?
Das Hycleen Automation System ist ein wichtiges Hilfsmittel, die Warmwassertemperaturen konstant über dem festgelegten Niveau zu halten. Mit den Temperaturmessungen in den Zirkulationsreglern und der Möglichkeit zur Aufzeichnung der Messdaten können die Warmwassertemperaturen auch über längere Zeiträume und verschiedene Betriebszustände überwacht werden.

Wie war die Zusammenarbeit mit GF?
Die Unterstützung in der Projektierungsphase empfand ich als sehr gut. Da es sich beim Hycleen Automation System um ein neues Produkt handelt und wir noch keine Erfahrung damit hatten, haben uns die GF Techniker professionell beraten und begleitet.

Wenn falsch temperiertes Trinkwasser in Rohrleitungen zu wenig zirkuliert, vermehren sich Bakterien besonders schnell. Das Hycleen Automation System von GF Piping Systems setzt genau dort an und sorgt in Krankenhäusern, Seniorenheimen oder Schulen für einwandfreie Trinkwasserqualität.

Arnaud Andreolli, Produktmanager für Haustechniksysteme bei GF Piping Systems in Sissach (Schweiz), kennt die Gefahren bakterieller Verunreinigungen im Trinkwasser gut: «Senioren oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem können sich dadurch leichter mit Legionellen infizieren und Krankheiten wie eine schwere Lungenentzündung davontragen.» Besitzer oder Verwalter von Spitälern und öffentlichen Einrichtungen in Ländern mit besonders strengen Kontrollvorschriften wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz fragten daher vermehrt nachhaltige Lösungen an, die eine sichere Wasserversorgung gewährleisten, berichtet Andreolli.

Weniger Energieverbrauch

Auf diese Nachfrage hat GF Piping Systems reagiert und 2018 mit dem Hycleen Automation System eine bisher weltweit einzigartige Lösung entwickelt. Auf Basis eines vierstufigen Konzeptes reduziert sie nachhaltig Bakterien im Trinkwasser in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Seniorenheimen, Schulen oder Krankenhäusern. Das System sorgt durch Zirkulation und einen permanenten hydraulischen Abgleich in allen Leitungen für eine konstant hohe Temperatur von mehr als 55°C und so weitgehend für Keimfreiheit. Dadurch kann einer übermässigen Bildung von Legionellen gezielt entgegengewirkt werden, die sich bei einer Temperatur zwischen 25°C und 50°C ideal vermehren. Das Hycleen Automation System lässt nur so viel Warmwasser in die Leitungen wie notwendig und vermeidet auf diese Weise den Verlust von Wärme und Energie, die zum Wiedererwärmen des Wassers notwendig wären. Besitzer oder Verwalter von grossen Häusern und Gebäuden mit zahlreichen Anschlüssen sparen so bis zu 15% Energie ein.

Ideal für bestehende Gebäude und Neubauten

Im Februar 2018 ging das Hycleen Automation System zum ersten Mal bei einem Kunden in Betrieb – in den Kliniken Erlabrunn im deutschen Erzgebirge. Dass sich das Hycleen Automation System nicht nur für bestehende Gebäude, sondern auch für Neubauten gut eignet, zeigt Senevita Mülibach, ein Senioren- und Pflegezentrum 15 Kilometer nordwestlich von Zürich (Schweiz). Das markante, ellipsenförmige Gebäude wird nach der Fertigstellung und Einweihung ab September 2019 Wohnraum für bis zu 109 Senioren und Pflegebedürftige bieten. Auf vier Etagen sorgen 81 Pflegezimmer und 18 Alterswohnungen mit Dachgarten sowie Verwaltungs- und Infrastrukturräume für ein lebenswertes und bedarfsgerechtes Wohnumfeld.

Yannik Waeber von der Ingenieur-Unternehmung Basler & Hofmann West AG in Zollikofen (Schweiz) ist im Auftrag des Bauherren Senevita für die Fachplanung der Gebäudetechnik Mülibach verantwortlich. Bereits zu Beginn der Planung war ihm bewusst, dass im neuen Wohn- und Pflegezentrum besondere Massnahmen für ältere Menschen betreffend Kontrolle der Wassertemperatur und Prävention vor Keimen im Warmwasser notwendig sind. Yannik Waeber kannte die GF-Piping-Systems-Haustechnik-Produktpalette bereits, unter anderem von einem früheren Seniorenheim-Umbau. «In Gesprächen mit der Vertriebsgesellschaft Schweiz von GF Pipings Systems wurde ich damals auf das Hycleen Automation System aufmerksam, das Anfang 2018 gerade auf den Markt gekommen war», erinnert sich Waeber. «Es passte gut zu unseren Bedürfnissen, weil es durch Zirkulation mit automatischem Abgleich langfristig für beste hygienische Bedingungen sorgt und so das Risiko einer Keimbildung verringert.»

Von der Bestellung bis zur Lieferung vergingen lediglich zwei Wochen; innerhalb weniger Tage hatte der Techniker das Hycleen Automation System montiert und angeschlossen – insgesamt 260 Meter Kabel, 19 Adapter, 18 Ventile und 1 System-Master mit Steuerungsbildschirm. Wie bei den Kliniken Erlabrunn wickelte sich die Installation auch in Mülibach zügig und unkompliziert ab. In welcher Höhe das Hycleen Automation System niedrigere Energiekosten bei der Wassererwärmung möglich machen kann, zeigt sich nach dem ersten Betriebsjahr. Yannik Waeber und der Betreiber Senevita erhoffen sich deutliche Einsparungen.

«Das Hycleen Automation System übertrifft die Erwartungen unserer Kunden.»

Arnaud Andreolli Produktmanager bei GF Piping Systems

Arnaud Andreolli ist Produktmanager für Haustechniksysteme bei GF Piping Systems in Sissach (Schweiz).

Senevita Mülibach ist ein Senioren- und Pflegezentrum 15 Kilometer nordwestlich von Zürich (Schweiz). 

Yannik Waeber von Basler & Hofmann West AG ist im Auftrag von Senevita für die Fachplanung der Gebäudetechnik Mülibach verantwortlich.

Das Hycleen Automation System sorgt durch Zirkulation mit automatischem Abgleich langfristig für beste hygienische Bedingungen.

Yannik Waeber: «Dank Hycleen erhoffen wir uns deutliche Einsparungen bei den Energiekosten.»

Auf zu neuen Märkten

Produktmanager Arnaud Andreolli ist mit der bisherigen Nachfrage am Hycleen Automation System zufrieden. «Bis Ende 2018 haben wir es in 33 Gebäuden eingebaut, und es gibt viele weitere Aufträge.» Nach derzeitigem Stand übertreffe das Hycleen Automation System die Erwartungen sogar, so sein erstes Fazit. «Rückmeldungen unserer Verkaufsgesellschaften haben gezeigt, dass die Kunden den Mehrwert von Hycleen erkennen und schätzen.»

GF Piping Sytems hat neben Deutschland und der Türkei auch die Märkte in der Schweiz, in Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien, Australien, Indien und den USA im Blick.

Geringer Aufwand, grosse Wirkung

Das energiebewusste Hycleen Automation System aus der Hycleen-Produktreihe sorgt für eine verbesserte Trinkwasserhygiene in öffentlichen und privaten Gebäuden. Ein einziger System-Master mit Steuerungsbildschirm und einfach zu bedienender Software steuert bis zu 50 angeschlossene Ventile, Sensoren und Applikationen.

In vier Schritten zur verbesserten Trinkwasserhygiene

Das Hycleen Automation System deckt die vier Prozesse ab, die für die Wahrung der Trinkwasserqualität zentral sind: Prävention, Monitoring, Intervention und Risikobewertung.

Prävention: Die Trinkwasserqualität kann durch gezielte Massnahmen beeinflusst werden. Dazu zählen neben der Sicherstellung der richtigen Wassertemperatur auch ein konstanter hydraulischer Abgleich und eine regelmässige Spülung.

Monitoring: Dabei werden die vorhandene Trinkwasserqualität und die Gebäudeart berücksichtigt. Eine lückenlose Temperaturüberwachung ist ebenso wichtig wie die Speicherung und die Protokollierung der Messdaten.

Intervention: Eine Intervention sollte nur als letzte Möglichkeit zur Erreichung einer hohen Trinkwasserqualität durchgeführt werden. Dazu gehören thermische oder chemische Desinfektionen.

Risikobewertung: Die Risikobewertung ist besonders bei grösseren Objekten wichtig. Die aus dem System gewonnenen Daten unterstützen die Zustandsbeurteilung und Risikoerkennung massgeblich.

Hycleen Automation System von GF Piping Systems