5. Übrige Ausweise

Dieses Kapitel umfasst Informationen und Erläuterungen, die nicht in anderen Kapiteln enthalten sind wie zum Beispiel zu Personalvorsorgeverpflichtungen und langfristigen übrige Finanzanlagen.

Weiter gibt es einen Überblick über die latenten Steueraktiven und -verpflichtungen und die Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

5.1Personalvorsorgeverpflichtungen

Wirtschaftlicher Nutzen/wirtschaftliche Verpflichtung und Vorsorgeaufwand

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2019

 

2018

 

 

 

 

 

 

 

2019

 

2018

Mio. CHF

 

Über-/Unterdeckung gemäss FER 26

 

Wirtschaftlicher Anteil Konzern

 

Wirtschaftlicher Anteil Konzern

 

Umrechnungsdifferenzen

 

Veränderungen zum Vorjahr bzw. Aufwand der Berichtsperiode

 

Auf die Periode abgegrenzte Beiträge

 

Vorsorge- aufwand im Personal- aufwand

 

Vorsorgeaufwand im Personalaufwand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patronaler Fonds

 

27

 

 

 

9

 

 

 

 

 

1

 

1

 

1

Vorsorgepläne ohne Über-/ Unterdeckung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23

 

23

 

15

Vorsorgepläne mit Überdeckung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3

 

3

 

10

Vorsorgepläne mit Unterdeckung

 

–21

 

–16

 

–14

 

 

 

1

 

1

 

2

 

–3

Vorsorgepläne ohne eigene Aktiven

 

 

 

–34

 

–33

 

–2

 

3

 

 

 

3

 

9

Darlehen von Personalvorsorge- einrichtungen

 

 

 

–1

 

–4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Total

 

6

 

–51

 

–42

 

–2

 

4

 

28

 

32

 

32

Der GF Konzern unterhält Pensionspläne in verschiedenen Ländern. Die Bilanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz basiert auf der Jahresrechnung der Personalvorsorgeeinrichtung gemäss den Swiss GAAP FER 26. Pläne an anderen Standorten werden gemäss den lokalen Vorschriften bilanziert. Der Personalvorsorgeplan in den USA wurde im zweiten Halbjahr 2019 nicht wie geplant geschlossen. Mit Ausnahme der Personalvorsorgeeinrichtungen in Deutschland verfügen die Personalvorsorgeeinrichtungen neben den jeweiligen Personalvorsorgeverpflichtungen jeweils auch über eigene Aktiven.

Die Tabelle zeigt den wirtschaftlichen Nutzen sowie die wirtschaftliche Verpflichtung am Ende der Berichtsperiode und des Vorjahres sowie die entsprechende Entwicklung des Vorsorgeaufwands.

Der wirtschaftliche Anteil in der Position «Patronaler Fonds» lag bei CHF 0 Mio. (Vorjahr: CHF 9 Mio.). Der Rückgang ist auf die Entscheidung des Stiftungsrats der Stiftung für Personalvorsorge zurückzuführen, eine Rückstellung zur Finanzierung des Einkaufs in den höheren Deckungsgrad der GF Pensionskasse im Vergleich zur Vorsorgestiftung von GF Precicast SA zu bilden. Die Rückstellung wird mit der Eingliederung der Mitarbeitenden von GF Precicast SA in die GF Pensionskasse verbraucht.

Es gibt einen Vorsorgeplan mit Überdeckung, bei dem die Überdeckung vernachlässigbar ist. Der Georg Fischer Pension Fund hat keine Überdeckung mehr (Vorjahr: CHF 32 Mio.). Dies ist vor allem auf die Veränderungen von technischen Parametern zurückzuführen. 

Die Vorsorgepläne mit Unterdeckung in Höhe von CHF 21 Mio. (Vorjahr: CHF 20 Mio.) basieren auf Leistungsprimatsplänen in Grossbritannien und den USA. Die Höhe der Unterdeckung wird wesentlich vom Wert der Wertschriften bestimmt und vom für die Berechnung der Rentenverpflichtungen verwendeten Diskontsatz und der Mortalitätserwartung. Die gesamte wirtschaftliche Verpflichtung, die den mittelfristig erwarteten Mittelabfluss abdeckt, belief sich auf CHF 16 Mio. (Vorjahr: CHF 14 Mio.). Aufgrund der Verschiebung der Liquidierung des Vorsorgeplans in den USA und die negative Entwicklung des Diskontsatzes in den USA und in Grossbritannien stieg die wirtschaftliche Verpflichtung um CHF 2 Mio. an. Der Aufwand ist im Vorsorgeaufwand der Periode enthalten.

Die bilanzierte wirtschaftliche Verpflichtung auf Vorsorgeplänen ohne eigene Aktiven, d.h. ohne ausgeschiedenem Vermögen, betrug CHF 34 Mio. (Vorjahr: CHF 33 Mio.) und betraf primär die Vorsorgepläne in Deutschland und Schweden. Der Anstieg der wirtschaftlichen Verpflichtung um CHF 3 Mio. ist im Vorsorgeaufwand der Periode enthalten. 

Die Darlehen von Personalvorsorgeeinrichtungen in Höhe von CHF 1 Mio. (Vorjahr: CHF 4 Mio.) sind Kontokorrentguthaben von Vorsorgeeinrichtungen und patronalen Stiftungen bei GF. 

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammenfassung des Vorsorgeaufwands der Berichtsperiode und des Vorjahres:

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Mio. CHF

 

2019

 

2018

 

 

 

 

 

Beiträge an Vorsorgepläne zulasten der Konzerngesellschaften

 

28

 

30

Beiträge an Vorsorgepläne geleistet aus Arbeitgeberbeitragsreserven

 

 

 

 

Total Beiträge

 

28

 

30

+/- Veränderung AGBR aus Vermögensentwicklung, Wertberichtigung usw.

 

 

 

 

Beiträge und Veränderung Arbeitgeberbeitragsreserven (AGBR)

 

28

 

30

 

 

 

 

 

Reduktion/Zunahme wirtschaftlicher Nutzen des Konzerns an Überdeckungen

 

 

 

 

Zunahme/Reduktion wirtschaftliche Verpflichtung des Konzerns an Unterdeckungen

 

1

 

 

Zunahme/Reduktion wirtschaftliche Verpflichtung des Konzerns (Pläne ohne eigene Aktiven)

 

3

 

2

Total Veränderung wirtschaftliche Auswirkungen aus Über-/Unterdeckungen

 

4

 

2

Vorsorgeaufwand im Personalaufwand der Periode

 

32

 

32

Die Veränderung der bilanzierten wirtschaftlichen Verpflichtungen aus Vorsorgeplänen und die bezahlten Arbeitgeberbeiträge für das Berichtsjahr beliefen sich auf CHF 32 Mio. (Vorjahr: CHF 32 Mio.) und sind im Personalaufwand enthalten.

Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden

Im Konzern bestehen im Einklang mit den entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften Pensionspläne für Mitarbeitende. Diese sind mehrheitlich vom Konzern unabhängige Einrichtungen und Stiftungen. Die Finanzierung erfolgt in der Regel durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbei­träge.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen aus den Personalvorsorgeplänen werden jährlich beurteilt. Die Ermittlung von allfälligen Über- und Unterdeckungen erfolgt aufgrund der Jahresabschlüsse der entsprechenden Vorsorgeeinrichtungen, die auf Swiss GAAP FER 26 (Schweizer Pläne) bzw. länderspezifisch anerkannten Methoden (ausländische Pläne) basieren. Die Aktivierung eines wirtschaftlichen Nutzens erfolgt, sofern es zulässig und beabsichtigt ist, um die Überdeckung zur Senkung der Arbeitgeberbeiträge einzusetzen. Bestehen frei verfügbare Arbeitgeberreserven, werden diese ebenfalls aktiviert. Eine wirtschaftliche Verpflichtung wird passiviert, sofern die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung erfüllt sind. Beide werden in der Position «Personalvorsorgeverpflichtungen» ausgewiesen. Veränderungen des wirtschaftlichen Nutzens oder der wirtschaftlichen Verpflichtung werden wie die für die Periode angefallenen Beiträge erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.

5.2Übrige Finanzanlagen

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Mio. CHF

 

2019

 

2018

 

 

 

 

 

Langfristige Darlehen an assoziierte Gesellschaften

 

75

 

61

Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften

 

1

 

8

Netto-Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften

 

76

 

69

 

 

 

 

 

Langfristige Darlehen und Forderungen

 

22

 

7

Wertschriften zur Sicherstellung von Pensionsverbindlichkeiten

 

3

 

12

Weitere Wertschriften

 

9

 

11

Übrige Finanzanlagen Dritte

 

34

 

30

Übrige Finanzanlagen

 

110

 

99

Die langfristigen Darlehen an assoziierte Unternehmen beziehen sich auf die Devestition der beiden Eisengiessereien im Jahr 2018, siehe auch Erläuterung 4.1 (4.1.1 Zugänge, Abgänge und Fusionen). Die Veränderung erklärt sich durch eine ordentliche Zunahme von CHF 21 Mio. aufgrund einer über das 2019 gezogenen und bereits im Jahr 2018 gewährten Kreditfazilität, der Gewährung eines zusätzlichen Darlehens von CHF 22 Mio., wovon CHF 3 Mio. beansprucht worden sind, ausserordentliche Wertberichtigungen von CHF 7 Mio. sowie Wechselkursveränderungen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen wurden aufgrund der Anwendung der Equity-Methode um CHF 3 Mio. sowie aufgrund ausserordentlicher Wertberichtigungen um weitere CHF 3 Mio. reduziert (siehe auch Erläuterung 3.2).

Die ausserplanmässigen Wertberichtigungen waren aufgrund von Verlusten auf Ebene der veräusserten Unternehmen sowie aufgrund einer erforderlichen operativen und finanzielle Restrukturierung erforderlich. Die finanzielle Restrukturierung beinhaltete die Nachrangigstellung von ausstehenden Darlehen in Höhe von CHF 47 Mio. Um der Nachrangigkeit Rechnung zu tragen, wurden die Zinssätze auf 6,5% erhöht (Vorjahr: Gestaffelte Zinssätze von 3%–5%). Die Darlehen weisen eine erwartete Laufzeit von 4 Jahren auf (Vorjahr: 5 Jahre). 

Der Anstieg der langfristigen Darlehen und Forderungen an Dritte erklärt sich aus der Gewährung eines Kredits an Dritte im Rahmen der Devestition der Eisengiesserei in Herzogenburg (Österreich) im Jahr 2019.

Annahmen und Einschätzungen des Managements

Die Werthaltigkeit langfristiger Darlehen und Forderungen wird anhand der vollständigen und fristgerechten Tilgungsfähigkeit des Schuldners beurteilt. Zu dessen Beurteilung beobachtet das Management regelmässig die Einhaltung des Zins- und Tilgungsplans durch den Schuldner. Darüber hinaus beurteilt das Management, ebenso wie im Fall von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die Fähigkeit des Schuldners, seine Geschäftstätigkeit fortzusetzen. Die Beurteilung der Annahmen zum Fortbestand des Schuldners erfordert, dass das Management die Rentabilität des Geschäftsmodells des Schuldners beurteilt, ein Vorgehen, das einer erhöhten Schätzungsunsicherheit unterliegt.

Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden

Langfristige Darlehen und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Darüber hinaus wird eine Wertminderung erfasst, wenn der angenommene Barwert der erwarteten Zahlungsströme unter dem Buchwert der langfristigen Darlehen und Forderungen liegt. Investitionen in assoziierte Unternehmen und langfristige Darlehen an assoziierte Unternehmen werden ganzheitlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (Net-Investment-Ansatz). Zunächst werden Beteiligungen und langfristige Darlehen an assoziierte Gesellschaften zu ihrem aktuellen Wert bilanziert. In der Folgebewertung wird der Wert der Beteiligungen um den anteiligen Betrag des nicht ausgeschütteten Gewinns erhöht und um den anteiligen Verlust sowie die erhaltenen Dividenden vermindert. Bei einer Wertminderung der Beteiligung auf null werden den langfristigen Darlehen weitere anteilige Verlustanteile zugeordnet. Der Wert der Beteiligungen und der langfristigen Darlehen werden darüber hinaus im Fall von ausserplanmässigen Wertberichtigungen angepasst.

5.3Latente Steueraktiven und -verpflichtungen

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Mio. CHF

 

Steueraktiven

 

Steuer- verpflichtungen

 

2019 netto

 

Steueraktiven

 

Steuer- verpflichtungen

 

2018 netto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht betriebliche Liegenschaften

 

 

 

21

 

–21

 

 

 

23

 

–23

Betriebliche Sachanlagen

 

29

 

50

 

–21

 

25

 

45

 

–20

Immaterielles Anlagevermögen

 

11

 

2

 

9

 

2

 

2

 

 

Steuerliche Verlustvorträge

 

5

 

 

 

5

 

6

 

 

 

6

Vorräte

 

27

 

16

 

11

 

23

 

16

 

7

Rückstellungen

 

14

 

3

 

11

 

10

 

3

 

7

Übriges verzinsliches Fremdkapital

 

3

 

1

 

2

 

3

 

2

 

1

Übriges unverzinsliches Fremdkapital

 

19

 

4

 

15

 

19

 

7

 

12

Übrige Bilanzpositionen

 

8

 

7

 

1

 

5

 

5

 

 

Total

 

116

 

104

 

12

 

93

 

103

 

–10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Saldierung

 

–46

 

–46

 

 

 

–40

 

–40

 

 

Latente Steueraktiven/ -verpflichtungen

 

70

 

58

 

12

 

53

 

63

 

–10

Die latenten Steueraktiven und -verpflichtungen werden innerhalb der GF Konzerngesellschaften saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern zu verrechnen, und wenn die latenten Steuern dieselbe Steuerhoheit betreffen. Der Effekt aus der Saldierung auf Stufe GF Konzerngesellschaf­ten betrug CHF 46 Mio. (Vorjahr: CHF 40 Mio.). Die latenten Steueraktiven und -verpflichtungen werden mit dem tatsächlich zu erwartenden Ertragssteuersatz je GF Konzerngesellschaft berechnet. Betreffend Verlustvorträge vgl. auch Erläuterung 1.5.

Die im Zusammenhang mit den Beteiligungen stehenden temporären Differenzen, auf denen keine latenten Steuerverbindlichkeiten gebildet werden, betrugen per 31. Dezember 2019 CHF 479 Mio. (Vorjahr: CHF 449 Mio.).

5.4Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Konzernrechnung wurde am 20. Februar 2020 vom Verwaltungsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben. Sie unterliegt zudem der Genehmigung durch die Generalversammlung.

Der im Januar 2020 in China neu identifizierte Corona-Virus wird sowohl operative als auch finanzielle Auswirkungen auf GF haben. Die Konzernleitung geht davon aus, dass die betroffenen GF Konzerngesellschaften im Verlauf des zweiten Quartals 2020 wieder in den normalen Betrieb übergehen.

Betreffend nach dem Bilanzstichtag erfolgten Anpassungen in der Geschäftsleitung und vorgeschlagenen Anpassungen im Verwaltungsrat wird zudem auf die entsprechende Erläuterung «Änderungen nach dem Bilanzstichtag» im Corporate Governance Bericht verwiesen.

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